iconPaysan handWenn ihr eure Produkte an Grossverteiler liefert, seid ihr sicher unter Druck, ihr wisst nicht immer, welchen Preis ihr für eure Waren erhalten werdet, wie lange und wie viel ihr verkaufen könnt. Ihr solltet einen Vertrag haben, doch der ist inexistent oder lückenhaft. Die Initiative will solchen Problemen Abhilfe verschaffen, indem sie die Mengensteuerung wieder in die Hände der Bäuerinnen und Bauern legt, damit wir sicher nur so viel wie nötig produzieren, anstatt uns den Wünschen der Industrie zu beugen.

 

 

Die Initiative fordert, dass der Bund für alle Wertschöpfungsketten Mechanismen schafft, um faire Preise festzulegen. Es geht dabei nicht um von der Regierung festgelegte Preise. Die Festlegung der Preise kann von Region zu Region unterschiedlich und von den Produktions- und Verwertungsformen abhängig sein. Der Bund muss garantieren, dass alle TeilnehmerInnen einer Wertschöpfungskette gemeinsam einen einträglichen Preis festlegen können. Eine Voraussetzung dafür ist die Schaffung von Markttransparenz.

 

Wenn ihr Direktvermarktung betreibt und sich die Erschliessung neuer Absatzmärkte schwierig gestaltet, weil es in der Region an der nötigen Infrastruktur mangelt und wenn ihr nicht in einem Kanton lebt, der kurze Wertschöpfungsketten fördert, wird euch diese Initiative zugutekommen.

 

Wenn ihr die Biodiversität erhalten wollt, wenn ihr euch für bäuerliches Saatgut einsetzt, wenn ihr feststellt, dass euer Handlungsspielraum schrumpft und GVO an Terrain gewinnen, ist klar, dass die Initiative in eurem Sinn ist.

 

Wenn ihr Züchterin oder Züchter seid und eure Tiere mit Futter aus der Region füttern wollt, aus wirtschaftlichen Gründen jedoch importiertes Eiweissfutter brauchen müsst, wird euch diese Initiative helfen, denn sie fordert die Förderung des Anbaus von Futtermitteln im Inland.

 

> "Probleme und ihre Lösungen..." - Uniterre Zeitschrift - Oktober 2015