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Die Initiative möchte eine bäuerliche Landwirtschaft stärken, welche es allen in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen erlaubt, mit ihrer Arbeit ein langfristig existenzsicherndes Einkommen zu erzielen. Eine lebenswerte Landwirtschaft ist nur mit aktiven Menschen möglich, die ihr Wissen einbringen. Deshalb ist es das Ziel der Initiative, die Zahl der in der Landwirtschaft Tätigen zu erhöhen. Damit sind Bäuerinnen und Bauern aber auch die Angestellten gemeint. Nur so kann eine bäuerliche Landwirtschaft mit  unterschiedlichen Strukturen und Betriebskonzepten erhalten bleiben.

 

Die Gesetzgebung sollte  keine Art von Betriebstyp, z.B. aufgrund seiner Grösse, diskriminieren.  Die heutige Anzahl der Betriebe soll erhalten bleiben und der von der Regierung forcierte Strukturwandel muss gestoppt werden. In unseren Nachbarländern sehen sich die Bauern und Bäuerinnen vermehrt damit konfrontiert, dass es unmöglich ist, Höfe an nächste Generationen weiterzugeben. Für HofnachfolgerInnen sind die Übernahmekosten auf Grund der Grösse und des Marktwertes der Betriebe nicht  aufzubringen. In der Schweiz bestätigt sich leider dieser Trend.

In jeder Minute verlieren wir in der Schweiz 1m2 landwirtschaftlichen Boden. Der Boden wird überbaut oder in unzugänglicheren Lagen verschwindet er durch Verwaldung. Diese Vorgänge sind was die Überbauungen betrifft meist irreversibel. Die Fruchtfolgeflächen, eine Unterkategorie der Landwirtschaftsflächen, werden speziell geschützt. Jeder Kanton wird angehalten eine Quote solcher Fruchtfolgeflächen zu halten. Aber diese Quoten werden in vielen Kantonen nicht eingehalten. Dies sollte Grund genug sein für einen erhöhten Schutz und einer garantierten Inventarisierung von Fruchtfolgeflächen und Bodenqualität.

Samen sind die Quelle des Lebens. Aber seit einem halben Jahrhundert erleben wir einen drastischen Abbau der Artenvielfalt. Heute sind die weltweit kultivierten Samensorten extrem begrenzt. Viele Sorten sind in fester Hand von grossen Agromultis und diese Sorten werden überall auf der Welt angebaut. Diese Praxis birgt viele Gefahren, z.B. weil Krankheiten dann gesamte Ernten vernichten könnten. Erhaltung, Vermehrung und Austausch von bäuerlichem Saatgut ist eine traditionelle Praxis, welche eine natürliche Biodiversität garantiert. Dieses unabdingbare Recht sollten wir uns nicht durch Handelsabkommen, welche die Interessen der Saatgutunternehmen schützen und die Bäuerinnen und Bauern benachteiligen, nicht einschränken lassen. Es ist notwendig dieses Anrecht auf Wahlfreiheit bezüglich des bäuerlichen Saatguts zu verteidigen und zu garantieren.

Gentechnisch veränderte Organismen sind in der Schweiz seit Jahren dank eines Moratoriums, welches im Jahr 2017 ausläuft, nicht erlaubt.  Die Schweizer Landwirtschaft hat unter diesem Moratorium nicht gelitten. Im Gegenteil, damit hat sie auf die Befürchtungen vieler KonsumentInnen reagiert. GVO-Saatgut, welches in der Landwirtschaft angewendet wird, ist auf Gefahren in längere Zeiträume hin nicht untersucht. Zudem gibt es für niemanden einen erkenntlichen reellen Zusatznutzen, ausser für die Saatgut- und Agrochemieunternehmen, die mit dem GVO-Saatgut gleichzeitig im grossen Stil ihre Herbizid-Cocktails verkaufen können. Heute werden in Ländern mit hohem GVO-Saatgutanbau immer mehr Schäden bekannt, da die Felder mit  resistenten Superunkräutern kontaminiert sind und sich das GVO-Saatgut unkontrolliert verbreitet.