Medienmitteilung vom 16. Februar 2017

Unsere Initiative für eine einheimische, vielfältige, nachhaltige, gentechfreie und einträgliche Landwirtschaft will einen fundamentalen Kurswechsel. Wir treten ein für regionale Wirtschaftskreisläufe und ein Denken in Generationen. Das bedingt eine möglichst ökologische und sozial nachhaltige Agrikultur. Und steht damit in Übereinkunft mit den Forderungen des Weltagrarberichts (2008), den Nachhaltigkeitszielen der UNO sowie der Agenda 2030. 

 

Die Allianz für Ernährungssouveränität mit über 70 Organisationen kritisiert die Politik der Zerstörung der bäuerlichen Landwirtschaft. Tag für Tag verschwinden drei Bauernhöfe, der Milchpreis ist von 80 Rappen (2008) auf 50 Rappen pro Liter gesunken, der Preiszerfall betrifft die ganze Landwirtschaft. Wir fordern einen gerechten Preis auf sämtlichen Produktionsstufen und Branchen. Offenkundig setzt der Bundesrat und die eidgenössischen Räte auf «grenzüberschreitende Handelsbeziehungen», die unweigerlich den Preisdruck und Konkurrenz erhöhen. Wir stehen ein für einen fairen und nachhaltigen Handel mit klaren und verbindlichen Regelungen.

 

Die Schweiz hat die Chance als erstes Land auf der Welt über die Ernährungssouveränität abzustimmen. Ein Konzept das eine tiefgreifende Demokratisierung des Ernährungssystems anstrebt, den Bäuerinnen und Bauern eine Perspektive erkämpft und eine zukunftsfähige nachhaltige Landwirtschaft ins Zentrum stellt. Wir sind überzeugt, dass die Initiative für Ernährungssouveränität die Innovationskraft stärkt und neue Arbeitsplätze schafft weil sie auf die Förderung der regionalen Wirtschaftskreisläufe ausgerichtet ist. 

 

Die Bauerngewerkschaft Uniterre und l’autre syndicat, zwei Mitgliedorganisationen von La Via Campesina, haben mit über 70 Organisationen 131'600 Unterschriften gesammelt und Ende März 2016 eingereicht. 108'680 sind von der Bundeskanzlei beglaubigt worden. Die Abstimmung findet voraussichtlich im 2018 statt.